Kurz vor dem Ruhestand? Zum Rentenwegweiser

Die Zukunft der Altersvorsorge braucht neue Perspektiven

Wie gelingt ein generationengerechtes Altersvorsorgesystem? Welche Rolle spielen Finanzbildung, Sozialpartnerschaft und die betriebliche Altersversorgung? Und welche Erwartungen haben junge Menschen an die Reformen der kommenden Jahre?

Über diese Fragen diskutierten wir letzte Woche bei unserem MetallRente Dialog 2026 mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Sozialpartnerschaft und der jungen Generation. Durch den Tag begleitete uns Dr. Katrin Prüfig, die souverän den Dialog moderierte und das Publikum gekonnt integrierte.

Dr. Thomas Kaulisch (Abteilungsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Dr. Andreas Audretsch (Stellv. Fraktionsvorsitzender, Fraktion B90/Die Grünen für Finanzen, Haushalt, Wirtschaft, Arbeit und Soziales) und Annika Klose (Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit & Soziales) boten uns Einblicke in die Arbeit der Rentenkommission und erläuterten die Pläne der Bundesregierung zur Stabilisierung des Altersversorgungssystems.

Danach folgte die Perspektive für die Zukunft der Altersvorsorge von Prof. Jörg Rocholl (Präsident ESMT Berlin, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des BMF):
„Die Zukunft der Altersvorsorge entscheidet sich daran, wie gut es uns gelingt, Verantwortung zwischen den Generationen ausgewogen zu gestalten. Dafür brauchen wir mutige Reformen, mehr Finanzbildung und ein starkes Zusammenspiel von Politik, Sozialpartnern und Wissenschaft.“

Über Finanzbildung Generationsgerechte Altersvorsorge sprach dann Professorin Dr. Carmela Aprea (Inhaberin Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik – Design und Evaluation instruktionaler Systeme – Universität Mannheim & Direktorin Mannheim Institute for Financial Education (MIFE)). Zusammen mit unserer Geschäftsführung, Hansjörg Müllerleile und Kerstin Schminke, rekapitulierten sie im Anschluss die beeindruckendsten Ergebnisse der MetallRente Jugendstudie.

Welche Erwartungen haben junge Menschen an die Altersversorgungsreform?
Diese Frage wurde im Kreise der Jungen Generation zusammen mit Professorin Dr. Carmela Aprea erörtert. Vor allem die These „Ein funktionierender Sozialstaat ist das Bollwerk gegen Faschismus. Wir benötigen ein echtes Solidarsystem der Rente, Verlässlichkeit für die Zukunft und ein Rentensystem für alle – statt „jung“ gegen „alt“." von Kari Lenke (Landesvorsitzende der Jusos Berlin) wurde breit diskutiert mit Cornelius Golembiewski (Mitglied Bundesvorstand Junge Union, sowie Stellv. Vorsitzender der Kommission ›Soziale Sicherung und Gesundheit‹) und Amy Kirchhoff (Generalsekretärin Bundesschülerkonferenz). Sie bringt ein „Generationengerechte Altersvorsorge beginnt schon in der Schule: Bildung muss junge Menschen befähigen, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten. Gerade angesichts von Zukunftsängsten und Belastungen für die mentale Gesundheit braucht es ein verlässliches System, das Sicherheit und Perspektiven schafft.“

Danach verdeutlichte Dr. Rolf Schmachtenberg (Staatssekretär a.D.,) die Rolle kollektiver Sparmodelle in der Altersvorsorge. Danach diskutierten Beate Petry (Vorsitzende des Vorstandes aba; Head of Global Pensions and Benefits, BASF SE), Jens Dirk Wohlfeil (Geschäftsführer Tarif- und Sozialpolitik, Gesamtmetall) und Jochen Homburg, (Gewerkschaftssekretär Funktionsbereich Tarifpolitik, IG Metall) lebhaft über die Bedeutung für die betriebliche Altersversorgung und warum eine Pflicht nicht zur Stärkung beitragen würde.

Zum Abschluss waren sich die Sozialpartner und Gesellschafter der MetallRente, vertreten durch Oliver Zander (Hauptgeschäftsführer Arbeitgeberverband Gesamtmetall) und Jürgen Kerner (Zweiter Vorsitzender der IG Metall) einig: Wir wollen uns gemeinsam auf den Weg machen. Die Schnittmenge ist groß, wir benötigen vom Staat die nötige Flankierung für unsere Branchenlösung.

Für uns war dieser lebendige MetallRente Dialog 2026 ein voller Erfolg und bedanken uns noch einmal herzliche bei allen Beteiligten.

Für alle, die die Zukunft der Alterssicherung mitgestalten oder dem aktuellen Diskurs mitverfolgen möchten, empfehlen wir unsere JubiläumsPublikation „Altersvorsorge zwischen Verantwortung, Reformdruck und Sozialpartnerschaft. Perspektiven zu Stand, Wandel und Zukunft der Altersvorsorge“ an der einige unserer Renferent:innen mitgeschrieben haben.

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